Corina Wagner

Sopranistin und Autorin


Das Heute, das jetzt Machbare zählt ...

Unter dieser Rubrik finden Sie Ungereimtes - manchmal mit einer schönen Aussicht z.B. ins Grüne oder Blaue ...

© Corina Wagner

 

 


 

Herbst

Schönstes Herbstwetter

lockt nach draußen ins Freie

Die Sonne strahlt,

als gäbe es kein Morgen mehr

.

Du bist bestimmt begeistert

Vorfreude ist doch bekanntlich

die schönste Freude

Dafür liebe ich Dich

.

Wir nehmen

jeweils den Rollator mit

Sicher ist sicher

Hoffentlich findest Du mich

.

Meine Hände zittern

Alles kein Problem,

wenn man sich liebt,

wirst Du wieder sagen

.

Dann wirst Du lächeln

wie ein niedliches Eichhörnchen

Wir treffen uns wie immer

Heimlich natürlich, nur Du und ich …

.

Einmal im Jahr

werden wir zur Symbiose

und sind dann ein Paar

Es ist nur noch eine Frage der Zeit …

.

Wir wurden geboren,

um eines Tages zu sterben

Nichts ist bekanntlich endlich

Dann werden wir zu Asche

.

Jetzt genieße ich den Herbst.

Bunte Blätter überall,

soweit das getrübte Auge sieht

Nur Dich sehe ich noch nicht

.

Wenn Du nicht bald kommst,

trinke ich den selbstgemachten Tee

mit frisch aufgebrühten Eibennadeln ganz alleine

Wer zu spät kommt, den bestraft eben das Leben.

.

.

© CoLyrik, Oktober 2018, Freistil

 


 

 


 

 


 

 

 


 

 

 

 

 

 

 


 


 

 

 


 

 


 

 

 

 



 

 

 


 

 



 


 

 

 


 

 

 


 

 

 


 

 


 

 

 


 

Bildquelle: © C.W.

 


 

 

© CoLyrik, Bildquelle: C.W.


 

 

 


 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

 

 


 

 


 

 

 


 

 


 

 


 

Tagesgeschäft

„Der zum himmelstinkende Fäkaliengeruch hat aber nichts mit unserer Partei zu tun oder etwa doch?“, sagte der rechte Politiker, dem braune Kacke am Schuh klebte, als hätte er Dreck am Stecken und rümpfte dabei so grässlich die Nase wie Goebbels.

©CoLyrik, 2016

 


 

Aus der Reihe: Alles oder Nichts denken...

 

 


 

 

 

 

 

 

Lachen ist gesund, dies ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen. Wenn einem in der Öffentlichkeit das Lachen vergeht, dann liegt jene sehr ernsthaft wirkende Mimik manchmal auch an Forderungen, die nur eine traurig gestellte Frage zulässt: Soll man todernst frühzeitig sterben, nur weil diverse Staatsmänner keinen Humor haben? Nein! Ich liebe das Lachen in allen Variationen, auch das herzhafte abgrundtiefe Lachen in der Öffentlichkeit.

© Corina Wagner, April 2016

 

 


 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

© Bildquelle privat: B.W.


 

Aus der Reihe: Stehen bleiben!

Im Leben dreht sich nicht unbedingt immer alles ums Vorwärtskommen, sondern manchmal auch um Stillstand, um zu begreifen, dass es noch mehr gibt, als sich um die eigene Achse zu drehen…

© Corina Wagner, März 2016

 


 

 


 

 

 


 

Nachdenken erlaubt...

Wenn ich je die Wiedergeburt erlebe, werde ich nach der Reinkarnation zum politischen Chamäleon unserer Nation. Ich kann dann die klugen Äugelein unabhängig voneinander verdrehen, auch wenn das Dumpfbacken nicht verstehen und die Farbe wechseln, so oft wie ich will, kann mich einfach aufblähen und diversen Primaten aus der Parteienlandschaft gewaltig die Zunge herausstrecken und das finde ich toll. Jawoll. :-)

 

 


 

 

 


 


 

 

 

 


 

 

 


 

 

 


 

 

 

 


Je suis paris!


 


Es gibt nichts Schöneres für mich, wenn ich Rückmeldung von LeserInnen bekomme, die mir dann zeigen, dass ihnen meine Texte und meine Bücher gefallen.

Godfrey Aletor hat mir ein Bild gesendet...
 

Bildquelle: Godfrey Aletor

http://www.godfreymusic.de/godfrey/



 


 



 

 

Ob in der Politik, im Geschäftsleben oder auch im privaten Bereich gibt es Situationen,

da würde man gerne „Nachtreten“. Manche tun es  einfach spontan, ohne über die Konsequenzen nachzudenken…

 


 

 

 


 

Klimawandel

 



 


Generationenübergreifend!

 

 

 


 

Frieden


 

 


 

 


 

 

 


 

 

 

 

 


 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

Aus dem London-Tagebuch

Ausflug in die M&M’s World verlief

unspektakulär. Die Taschen blieben leer.

Ich habe widerstanden. Das ist kein Scherz.

Dieser Gedanke trifft vermutlich viele

Naschkatzen mitten ins Herz…

Für mich war es viel zu viel Kommerz.

Fazit: Ein Besuch lohnt sich aber trotzdem,

weil es so schön bunt ist. :-)

 

© Corina Wagner, April 2015


 

 

 

 

 


Vorsicht Schleimspur!

Im Schneckentempo durch die Stadt...

 

Bild: © B.W. (Februar 2015, Schwarzwald)


 

Neujahr 2015

 


 

Weihnachten 2014

 


Aus der farblosen Reihe: Passives Grau
Das unvollkommene Einheitsgrau zum Mitmischen geht mir tierisch auf die Eierstöcke, dachte die weise Schwarzmalerin und sah dem grauenvollen Ende wie auch immer entgegen...

© Corina Wagner, September 2014


Neuer Trend entdeckt!

Wow! Schon wieder ein sagenhaft gräulich wirkendes grauenhaftes Grau anstatt einem langweiligem Azurblau -  wie geil ist das denn?

 „Bauklötze staunen“ liegt diesen Sommer voll im Trend, wenn man gen Himmel sieht! Toll!

© Corina Wagner, August 2014


August 2014

 

 

 

 


Gegen TTIP!

 


Passend zum Sommerwetter 2014

 

 


Statusmeldung bei Facebook am 3. August 2014

Was machst Du gerade?
Ich überlege mir gerade, ob ich den Sonnengott anbeten soll.
Tolles Sommerwetter! Ich bin begeistert. Regen perlt über meine Sonnenliege als gäbe es nichts Schöneres. Super Sonntag! Ich geh‘ wieder ins Bett.  © Corina Wagner


 

Abschalten erlaubt…

Der heutige Tag lädt völlig Ausgeschlafene zum Dösen ein, wenn man dazu bereit ist, auch hellwach abzuschalten. Ich empfehle einen Blick in die Tageszeitung zu werfen und vielleicht noch ein Auge für die Wetteraussichten zu riskieren. Alles andere wäre dann geistige Perlen vor die Schweine dieser Welt geworfen.

;-)

©Corina Wagner,  August 2014

 

 


23. Juli

Heute ist der 23. Juli 2014 und dies bedeutet nach dem gregorianischen Kalender, dass es noch 161 Tage bis zum Jahresende sind. 161 Tage können verdammt lange sein, wenn jeden Tag Unschuldige sterben müssen.

Fünf Monate verbleiben noch, um auf das Neue Jahr anzustoßen.

Es sind jetzt noch 23 Wochen in denen Terror bis ins Unermessliche auf der Welt betrieben werden kann.

3873 Stunden in denen man der Zivilgesellschaft viel Leid und Elend zufügen kann.

232408 Minuten können für Propaganda und Hetze gegen anderen Menschen genutzt werden.

13944523 Sekunden, die man friedlich, ohne jeglichen Hass und Rassismus verbringen könnte…

Es bleiben noch 13944523001 Millisekunden bis zum Jahr 2015, um darüber nachzudenken, ob

Gewalt, Terror, Mord, Folter, Hass zu schüren auch in Zukunft im Alltag integriert werden sollten…

Es ginge ab sofort auch friedlicher, aber wer will das schon außer mir und Dir?

© Corina Wagner, 23. Juli 2014

 


Anmerkung für Zeitungsnutzer

Wenn man eine echte Worthülse in einer originalen Buchstabensuppe findet, fragen tatsächlich nur wenige nach, ob dies ein versteckter Hinweis auf die kopierte Leerformel ist. Ähm…

© Corina Wagner, Juli 2014


 

Zuversicht

Erinnerungen bleiben, trösten, geben Kraft!

© Corina Wagner, 2014


Tage gibt’s

Heute ist ein blöder Tag, den könnte man eigentlich abhaken, so tiefgründig doof ist er bislang, aber das Oberflächliche der eigenen Dummheit sorgt zwischendurch immer wieder für Euphorie und richtet kaum Schaden in der Öffentlichkeit an. Oder etwa doch?

So ähnlich können PolitikerInnen denken, wenn sie auf die Uhr sehen.

© Corina Wagner, April 2014


Zukunftsaussichten

So mancher Mensch, der in der Politik aktiv agiert, bietet Zukunftsaussichten, die nicht immer in das Weltbild passen...

 

Zukunftsaussichten

„Ich will Frieden! Keine Gewalt! Ich setze keine Menschen ein, um andere zu töten. Ich verhalte mich weiterhin neutral.“, sagte der Politiker und sah dabei wie ein versteinertes Denkmal in die Kameralinse eines Fernsehsenders.

Atempause!

(Gewissenskonflikt...)

Atempause!

Wer ohne mit der Wimper zu zucken in aller Öffentlichkeit lügen kann, ohne jegliche Gefühlsregung, also ohne Hemmungen die Unwahrheit sagt, dem traue ich auch Völkermord zu, dachte der Scharfschütze.

(Zukunftsaussichten, die Angst machen.)

Atempause!

„Ihr Sohn sitzt demnächst auf der Anklagebank!“, sagte der Polizist zu der traumatisierten Mutter eines Mörders.

(Zukunftsaussichten, die Realität sein könnten.)

Atempause!

„Mein Junge wurde dazu ausgebildet, um das Leben anderer zu schützen.“, sprach sie klagend.

Atempause!

(Denkpause...)

Gespenstische Ruhe, bis der nächste Schuss fällt…

Atempause!

© Corina Wagner, April 2014


Rahmenlos

Bilder, Augenblicke brennen sich ein,

manifestieren sich auf der Festplatte des Unterbewusstseins.

Sekunden, Minuten vergehen,

bis wir registrieren und eventuell das Gesehene verstehen.

Irgendwie fehlt immer ein geeigneter Rahmen, um

 vorbildlich zu agieren.

Bildübergreifende Eindrücke verschwinden mit der Zeit.

Das Verdrängen hilft uns dabei.

Bilder sprechen stets ihre eigene Sprache.

Manchmal können wir tatsächlich nur erahnen, was in Wirklichkeit passierte.

Irgendwo dort draußen im Universum der Macht,

wo das Böse lacht und wacht.

Die Wahrheit ist oftmals profaner, aber auch suboptimaler als wir vermuten.

Bilder, Augenblicke brennen sich ein,

manifestieren sich auf der Festplatte des Unterbewusstseins…

 

 

 

© Corina Wagner, März 2014
Bildquelle: W.B./1979

 



Steinadler in Kiew

Einmal Kiew hin und zurück, bitte!

„Nein danke!“, schreit die Angst.

Von Berlin nach Kiew sind es ca. 1241 Kilometer.

Nur zwei Stunden Flug und schon im Inferno der Unmenschlichkeit.

„Ja, da will ich hin!“, brüllt die Zivilcourage.

Die Zivilcourage setzt oft viele Menschen in Bewegung, aber nicht alle kommen ins Ziel.

„Gemeinsam sind wir gegen einen Geisteskranken stark!“, flüstert die Vernunft.

Mit dem neuen Demonstrationsgesetz werden die Protestierenden in Kiew zu Kriminellen.

„Nein, das kann nicht sein!“, denkt die Intelligenz.

Die Steinadler des Geisteskranken wurden losgelassen, sie greifen erbarmungslos an.

„Schön!“, mischt sich die Dummheit ein.

Mit Tritten, Knüppeln, Tränengas, Gummigeschossen und Blendgranaten

 löst man keine Staatskrise.

„Hilfe! Hilfe! Hilfe!“, proklamiert die Gerechtigkeit.

Mindestens fünf Menschen kamen bei den Protesten in der Ukraine bereits ums Leben.

„Ich würde ja gerne helfen!“, sagt die Empathie.

Bislang 300 Verletzte und es könnte weitere geben…

„Na und!“, polarisiert das Böse.

Von Berlin nach Kiew sind es ca. 1241 Kilometer.

„Nächstenliebe kennt keine Grenzen!“, philosophiert die Hoffnung.

 

©Corina Wagner, 23. Januar 2014


 

 

Backe, backe Kuchen!


Ich möchte heute ein neues Deutschland backen. Die Backzutaten sind kein Problem, wenn man den Willen und die Fantasie aufbringt. Backen kann jeder, verzehren müssen es die anderen. :-)

© Corina Wagner, Oktober 2013
 

 


 


 

Guckloch

Bitte Lächeln!

 

Es gibt Tage im Leben einer Autorin, da fragt man sich, ob man für immer weggesperrt wird. Im Mittelalter hätte man mich als Hexe verbrannt. Neulich in den Bergen, weit weg von den sieben Zwergen, aber in Bayern, was nicht ganz ungefährlich ist…?

In der Ferne Kühe, Touristen, Weißbier, Schweinsbraten mit Kraut und in der Nähe stand eine Kapelle. Dort gab es alte Bänke, die wirkten wie Geschenke für müde Füße.

Ich bin ja nicht mehr die Jüngste, das gebe ich zu und im Nu saß ich auf einer Bank, döste so vor mich hin und dachte über mein Leben nach. Im nächsten Leben werde ich jedenfalls nicht Hydra. Ein kluger Kopf genügt, da bin ich bescheiden. Ich erinnerte mich an Immanuel Kants Worte:

Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.

Weit und breit war zunächst keine Seele zu sehen. Kindheitserinnerungen kamen und gingen, dann fing ich leise an zu singen... Danach ab nach draußen, wo in der Ferne die Kühe wiederkauten und den Rest vom Tag verdauten. Ein mir liebgewonnener Fotograf blieb vor der Kapelle stehen, bat mich den Kopf zu drehen. Ihn kann man jetzt nicht sehen, dass wird man wohl verstehen. Dafür ein Foto nun von mir. Völlig ungeschminkt lache ich ziemlich fertig in die Kamera. „Alles altersgerecht…!“, so der grinsende Fotograf, der sich freute und nichts bereute.

Ich muss gestehen, seh‘ aus, als würd‘ ich grad‘ am Türschloss von Madonna drehen.

© Corina Wagner, Oktober 2013

Bild:© B.W.

 

 

 


Das Wort zum Sonntag

Die Qual der Wahl


Es ist zunächst immer ein gute Wahl, wenn man für sich die richtige Wahl getroffen hat, um an der vermeintlich wichtigen Stelle seine Stimmabgabe zu tätigen und wenn nicht, dann sollte man danach darüber nachdenken, warum es keine gute Wahl war, genau so gewählt zu haben.  Ähm …ja…


 

 

© Corina Wagner, 22. September 2013


Links oder rechts?

Wer als Linkshänder zur Welt kam, kann rein theoretisch trotzdem ohne mit der rechten oder linken Wimper zucken, also quasi auch mit einem ziemlich stupiden Gesichtsausdruck gefährlich rechts handeln und wer glaubt, dass ein typischer Rechtshänder nicht zu sehr links agieren kann, der irrt sich gewaltig. Jeder Links- oder Rechtshänder hat es grundsätzlich in der eigenen Hand, wie er sein politisches Leben anpackt und in den Griff bekommt, ohne dass es mit bösen Straftaten endet.

© Corina Wagner, August 2013


 

 

 


 

 

Keine Lust mehr…

Wenn die Eitelkeit mit dem Hochmut über Übermut philosophiert, dann trifft der Stolz nicht unbedingt auf Zorn, aber unter Umständen auf Missgunst, weil die Rachsucht mit ihr nicht kann, so dass die Völlerei in ihrer Selbstsucht zwar zu gern nach jener Faulheit strebt, doch wegen der Ignoranz auf Habgier verzichtet und deshalb auf die Wollust, dem Begehren nach Ausschweifungen drängt, so lange bis sie am Ende denkt, dass alle keine Ahnung von Todsünden haben. Jawoll!

©Corina Wagner, August 2013

http://images.zeit.de/wissen/2010-07/s32-infografik.pdf


Die Geister, die ich rief ...

... Haarspalter, Rechthaber, Prinzipienreiter, Bürokraten, Krämerseelen, Paragrafenreiter, Kleingeister ...

Wenn man als Kleingeist mit dem Kopf gegen die eigene Bretterwand rennt, dann stehen die Argumente im Mittelpunkt des Geschehens, so könnte man meinen und wenn man sich währenddessen bei der ganzen Haarspalterei gedanklich den Kopf zerbricht, warum und wieso man auf der Stelle steht und nicht voran kommt, dann sollte man das Denken vielleicht doch anderen überlassen.

© Corina Wagner, August 2013

 


Bestimmte Menschen ...

 Sozialkritisch Ungereimtes!

Narrenfreiheit in Politik und Gesellschaft

Es gibt bestimmte Menschen, die laufen frei herum und bestimmen über Dinge, die uns alle bestimmt angehen. Sie legen fest, wer ins „Nullachtfünfzehnschema“ bestimmt passt und entscheiden, bestimmen einfach, wer als kritischer Mensch ins Abseits, quasi in die Isolation gehört. Das Böse im Menschen entscheidet über Bestimmtes, was bestimmt besser bestimmt werden müsste.

© Corina Wagner, August 2013

 


©W.B.

Am See

Jeanette liegt direkt am Ufer eines  Sees und entspannt sich.  Ihre Zehenspitzen ragen schon ins Wasser. Sie hat die Augen geschlossen, genießt die warmen Sonnenstrahlen, die auf ihrer nackten  Haut Tango tanzen. Ihre feenhafte Haut färbt sich schon langsam ins Rötliche. Sie atmet ganz tief in den Bauch hinein und dabei bemerkt sie, dass sie vor 10 Minuten besser die fettigen Pommes am Kiosk hätte liegen lassen sollen.  Beim Ausatmen spürt sie die Reste der verbrannten Bratwurst, die zwischen den Backenzähnen ihr Unwesen treiben. Ihre Zunge hat den hyperaktiven Kampf verloren und kommuniziert stumm mit sich selbst. Ihr Gehirn signalisiert Urlaub und eine Auszeit vom Alltagsstress.  Ein Frosch schleckt am rot lackierten großen Zeh.  Sie kichert. Schweiß breitet sich allmählich unter ihr aus.  Kleine Hitzepusteln kündigen sich an. Eine Zecke erklimmt ihre Hüfte. Ihr ist jetzt alles egal. Sie atmet weiterhin tief ein und aus. Allerlei Gerüche nimmt sie am Ufer wahr. Sie hält die Augen immer noch tapfer geschlossen, versucht völlig entspannt zu bleiben, solange bis sie  jetzt in diesem Moment ein Déjà-vu–Erlebnis hat. Ihre Nase wittert einen Duft, der ihr völlig vertraut ist. Sumpfknöterich-Parfum! Sie lächelt mit geschlossenen Augen und flüstert leise: “Hm! Diesen Duft kenne ich!“   Schatten umgibt sie plötzlich, als hätte sich eine Cumulonimbus- Wolke vor die Sonne geschoben. Sie öffnet völlig tiefenentspannt langsam die Augen, starrt entsetzt auf eine neongelbe tropfende Badehose aus der Zeltabteilung , dann auf den Rest des 150 kg Manns mit orangefarbenen  Schwimmflügelchen an den Handgelenken und Sturmhaube auf dem Kopf. Bevor sie völlig traumatisiert aufschreien kann, hört sie schon die Worte: „Tschuldigung! Hab‘ mich verschwommen! Schönen Tag noch! “

© Corina Wagner, Juli 2013

 


 

Politische Aussagen

Jeden Tag aufs Neue liest oder hört man politische Aussagen dank Medien. Augenwischerei und schön verpackte Worte begegnen nicht selten im Wahljahr ...

 

Heute im Internet

Der Puls der Zeit rast in Höchstgeschwindigkeit wie eine Weinbergschnecke davon. Deshalb ist der Fingerzeig auf das Nacktschnecken-Prinzip nicht etwa die Lösung aller hausgemachten Probleme, aber der richtige Ansatzpunkt, um auf Transparenz in den kommenden Dekaden aufmerksam zu machen. Mit der Dreifinger-Faultier-Methode von Prof. Dr. Koralle werden wir die Welt nicht retten können. Wir müssen uns von der Schnelllebigkeit mit tierischen Versprechungen auf politischer Ebene verabschieden und auf das Geparden-Know-how der Tüpfelhyänen-Diagnostiker vertrauen.

„Diese zeitlich relevante These im Wahljahr der Deutschen zu vertreten, ist völliger Blödsinn!“, so Journalist Strauß vom globalen Politikmagazin Kakerlake.

©Corina Wagner, Mai 2013

 


Spurenlese

Ich war ihm auf der Spur. Ganz nah dran am Geschehen und hätte ihn beinahe gesehen.

Die Sonne schien. Überall blauer Himmel soweit das Auge sah und dann flog im Sturzflug ein Strauchvogel an mir vorbei, so dachte ich zunächst. Es war ein Zaunkönig, so ein possierliches Tierchen, das man aus Büchern kennt. Nein! Wahrscheinlich auch nicht. Es war auf jeden Fall ein Vogel. Ein ganz kleiner Vogel mit grünen Federn. Ich bin mir ganz sicher. Danach entdeckte ich einen Specht, einen typischen Buntspecht. Da bin ich mir sehr sicher. Ich kenn‘ mich mit Vögeln aus. Schluckspechte sehen total anders aus. Der machte vielleicht einen Krach im Revier. Ein Buchfink flog ganz dicht an mir vorbei, also wolle er mir zuzwitschern und mir damit ins Ohr flüstern, dass ich ganz nah dran bin. Dort wo es jetzt noch matschig ist, weil es zuvor geregnet hatte. Das Moos quietscht unter den Füßen, wenn man darüber läuft und dies tat es dann auch. Danach sah ich sein Werk, seine tägliche Arbeit und es raschelte verdächtig am Ufer, als hätte ich ihn aufgeschreckt. Ich war ihm wirklich auf der Spur. Ich schwöre, wollte ein Beweisfoto machen. Blitzschnell musste ich das Weite suchen, sprang mindestens hinter drei Buchen und schüttelte mich wie irre. Nach Hilfe schrie ich nicht, blieb innerlich nur dezent hysterisch. Was war passiert? In der Nähe des Geschehens hausten Waldameisen, die ihr Nest verließen, um an meinen Beinen hochzukrabbeln, da verließ ich in Windeseile seine Arbeitsstätte. Die Ameisen waren wie in einem Horrorfilm überall. Es war richtig gruslig, so angsteinflößend und doch behielt ich die Nerven. Ich kann das wirklich. Manchmal wachse ich über mich hinaus, so mein Bauchgefühl.

Ich hatte keine Zeit mehr, um ein Foto zu machen, lief quer durch die Botanik, als würde ich von einem Haufen wildgewordener Krieger gejagt.

Jetzt war ich die Gejagte - das plötzliche Opfer. Ich spürte schon dieses tierische Brennen, als würde ich jetzt für immer …

… irgendwo in einem Waldstück mit vielen Seen wie aus heiterem Himmel sterben, weil Tausende von Waldameisen …

Alles nur hyperchondermäßiges Getue. Die allerletzte Ameise schnipste ich von meiner Socke und danach ginge es mir wirklich gut. Drei Wildgänse watschelten an mir vorbei, als wäre ich mit dem Morast unter meinen Füßen verwurzelt. Einen Moment lang verharrte ich, als wäre ich ein abgestorbener Baumstumpf. Danach schlich ich ganz leise über Trampelpfade quer durch den Wald und sah immer wieder aufs Neue seine Existenz. Hier, da wo ich ab und zu auf der Suche nach ihm bin, zwischen all den kleineren Seen und Tümpeln treibt er sich tatsächlich herum. Angst habe ich keine vor ihm. Er tut mir nichts. Da bin ich mir ganz sicher.

© Corina Wagner, April 2013

Auf der Suche nach dem Biber...

© Bild: T.W.


Karfreitag

 

Mia, eine aufgeweckte Kleinbetrügerin mit christlichen Wurzeln, arbeitet angeblich hauptberuflich mittwochs und samstags auf dem Wochenmarkt und sonntags neuerdings als Mesmerin in der kleinen Gemeinde Kara. Sie kann völlig scheinheilig agieren, wenn sie „eine auf Frau Fromm macht“, so wie heute am Karfreitag. Ihr Priester hat sie längst durchschaut, schweigt aber, weil sie ihm seit einigen Wochen ganz nebenbei den Haushalt führt. Seine Haushälterin starb urplötzlich während der Zubereitung einer Mahlzeit. Viele Gläubige in der Gemeinde behaupten seit Wochen unbeirrt, da hätte eindeutig der Teufel seine Finger im Spiel gehabt. Die Haushälterin fand man doch tatsächlich kopfüber im geöffneten Backofen inmitten eines Kirschstrudels. Tragisch für die Frau, aber auch eine Chance für Mia. Sie ist eine ausgezeichnete Köchin, die die Gaumenfreuden des Hochwürden bislang nicht enttäuscht hat. Sie brachte ihn wahrlich ganz köstlich durch die Fastenzeit.

„Das Fasten mit Mia ist eine wohltuende Bereicherung“, so sagte er an Palmsonntag zu Kirchenvorstand Gottfried Christensen. Nur mit dem Karfreitag kann sich Mia einfach nicht anfreunden. Dieser Fast- und Abstinenztag macht ihr jedes Jahr in einer anderen Gemeinde zu schaffen. Keinen Sex an diesem Tag zu haben, quasi diesen Fleischeslustverzicht zu unterbinden, ist schon schlimm genug. Sie muss dann den Mann ihrer Begierde immer irgendwie mit bösen Gedanken ausblenden. Eine Erfahrung, die sie stets irritiert und auch Herausforderungen darstellt. Irgendwie ist dieser Karfreitag so sonderbar anders als sonst. Es läuft noch nicht rund, also nach Plan. Er starrt sie unentwegt total durchdringend an, wird regelrecht zum Augentier, als zöge er sie aus. Danach wieder an und aus und wieder an und wieder aus. Immer wieder aufs Neue im Minutentakt. Sie hat inzwischen für ihn bereits ein „Vater unser“ gebetet und er starrt sie immer noch so intensiv an. Diese Stille wirkt beklemmend, diese angsteinflößende Ruhe empfindet sie wie eine Strafe, eine zu fiese Folter an ihrer spitzen Zunge. Und jetzt wird sie ihm völlig stumm das Mittagessen servieren. Es gibt pochierten Knurrhahn auf Wildreiskranz mit Mangold-Gemüse.

© Corina Wagner, März 2013

 


 

Neue Sportart in Städten beobachtet ...

Traurig aber wahr:

Das Wühlen nach Pfandflaschen in Abfallbehältnissen ist die neue Trendsportart in Deutschland. Wer als erster am gefüllten Korb war, gehört zu den Tagesiegern.

© Corina Wagner, März 2013

 


 

Doof, blöd oder dumm?

Gestern war es wie immer. Ein Tag wie jeder andere, so einmalig doof. Das man heute, genau jetzt, Zeit dafür investiert und darüber nachdenkt, wie doof es eigentlich war.  Doof ist nicht gleich doof und eine Steigerung gibt es immer, so auch wenn es blöd läuft. Es kann schlicht blöd laufen oder spektakulär blöd laufen, also folglich so was von blöd laufen, dass man froh wäre, wenn es doof gewesen wäre. Deshalb sollte man schon erkennen, ob es infantil doof war oder rückständig, also hinterwäldlerisch blöd gelaufen ist.  Bei den einen war es wie immer, also grenzdebil langweilig und bei den anderen stupide stressig. Dumm ist nicht gleich dumm. Toll und nun? Warten auf Morgen und Revue passieren lassen, wie es heute war.

 © Corina Wagner, Februar 2012

 


 

Memoiren

Die Welt ging neulich nicht unter und deshalb habe ich nun beschlossen meine Memoiren zu schreiben. Es wird endlich Zeit -  zuvor es zu spät ist, könnte eine gelungene Ausrede dafür lauten. Spaß beiseite. Zum Beispiel Daniela Katzenbergers Memoiren wurden sogar ein Besteller. Sie ist noch ziemlich jung.

„Sei schlau, stell dich dumm“, so lautet der Buchtitel. Diese Aussage kann man spontan nachvollziehen oder etwa nicht?

Viele tun dies, auch wenn sie schon älter sind, also sich dumm stellen. Manche stellen sich ja schlicht und ergreifend tot, wenn man nachfragen möchte, ob sie schlauer sind, also sie vorgeben bzw. gaben. Urpötzlich passiert ein kleines Wunder und jene bereits totgelaubten Persönlichkeiten leben  nach drei Tagen wieder. Dann fragt man sich insgeheim: Aber hallo! Wurde da etwa nachgeholfen? Beim Reanimieren? Erste Hilfe, diese ernstgemeinten Versuche von Presseleuten sind da manchmal nicht auszuschließen Jetzt wo wir bald nicht mehr Papst sind, mache ich mir da schon meine Gedanken. Hab' ich noch die Stärke? Deshalb muss ich es nun tun. Meine Memoiren schreiben. Im Oktober 2012 erschienen die Memoiren von Uggie. Der alte Knochenliebhaber beschreibt dort sogar die berauschende Wirkung von Alkohol in Form von Champagner. Nun da würde mir auch ein Vorfall im Jahre 1985 spontan einfallen. Doch bin ich ja kein Jack Russel Terrier, ein Superstar unter den Hunden, der solche Erfahrungen in seinen Memoiren hinterlässt.

Wenn man über sein Leben schreibt, sollte man ehrlich zu sich und den anderen sein, die einem auf dem Lebensweg bislang begegneten. Doof ist es, wenn man sich fünf Jahre jünger in der Biografie beschreibt und alte Klassenkameraden melden sich dann zu Wort, weil sie durch Zufall in der Bildzeitung davon lasen. Nur gut, dass ich nicht berühmt bin. Und zu meinem Alter stehe. Bald werde ich 48 Jahre alt und bereue keine Minute. Ich bin auch heilfroh, dass ich damals nur eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskauffrau absolviert habe, die ich ja in den Memoiren erwähnen werde. Und dies mit dem Hinweis darauf, dass es niemals Plagiatsvorwürfe geben wird. Auch meine Gesangsausbildung ist dokumentiert. Man kann auch im Leben Glück haben. Da wird man nichts finden. Manchmal ist es gar nicht so übel, wenn man mit Stolz sagen kann: Ich hatte noch nie einen Doktortitel!

Ich schäme mich auch nicht dafür, dass ich als Auszubildende mit einem Overall inklusive Firmenlogo in der Öffentlichkeit agieren musste.

Was tut man nicht alles, wenn man jung ist.

 Angst vor peinlichen Bildern habe ich absolut nicht. So und nun werde ich mit den Memoiren beginnen. Es war einmal …

© Corina Wagner, 12.12.2013

 


 

Weltuntergangsstimmung!

Es ist Zeit sich in den Arm zu nehmen.

Herzt Euch bevor es zu spät ist.

Ich hab‘ Dich gerne. Du mich auch?

Ich liebe Euch fast alle!

Für gute Ausreden ist es fast nie zu spät.

Du kannst mich ausnahmsweise gerne haben!

Komm‘ an meine Brust…

Keine Angst! Ich tue Dir nichts.

Hörst Du sie auch?

Die Hausstaubmilben verabschieden sich

und hüsteln ganz leise ein letztes Mal nur für uns:

Freude! Freude!

Ist dies ein Omen?

https://www.youtube.com/watch?v=v_nHRMGv0yE

 

©Corina Wagner, Dezember 2012


 


Mein Panna Cotta-Typ

Ohne Freiland-Basilikum

Es wird endlich Zeit die tomatenrote Pudelmütze überzustreifen und ja nicht über das Einmotten von alten Spaghettiträger-Hemdchen nachzudenken. Alles andere wäre Käse wie die Rotweinflecken auf Hundertprozent Feinrippgewebe, das du nun wieder saisonbedingt in leidenschaftlicher Pose trägst.

© Corina Wagner, Oktober 2012


 

Unterkühlte Liebe

In Deinen Augen versinke ich, als würde ich Seite für Seite ein spannendes Buch lesen. Stundenlang starre ich regungslos auf Deinen Körper, der mich wie ein guter Krimi fesselt. Die Killerviren stimmen mich sentimental. Fatal, dass Du für einen Besteller zu unbedeutend bist und ich die Pathologie wie in einem billigen Groschenroman verlasse. Ich wasche meine Hände in reiner Unschuld wie die Hygienevorschriften, die Du nie erfahren durftest. Unsere Liebe bleibt für immer ein Geheimnis, wie meine Latexhandschuhe an Deiner Brust. Meine heimliche Liebe traf dich Stich für Stich, Schnitt für Schnitt und diese ohne Schmerz direkt ins Herz. Schritt für Schritt kam der Tod auf leisen Sohlen ganz unverhohlen zuvor vorbeigeschlappt …

© Corina Wagner, Oktober 2012

https://www.youtube.com/watch?v=04uohyMbezM


Hass

Verdammt noch mal! Ich hasse es. Ja, so eine doofe Emotion von extrem scharfer und andauernder Antipathie. Diese Verachtung, jene Bewusstseinsstörung, die ich mit negativen Gefühlen intensiviere und grolle, wenn ich jenes kleine es verabscheue. Kennen Sie dieses „Klappmesserherausundaufmachen-Gefühl“? Das Motiv des Hasses liegt wieder ganz bewusst in meinen Händen. Urinstinkte werden geweckt. Mit verachtetem Blick sehe ich es und kann es nicht leiden. Eigentlich wollte ich einen schlichten Milchkaffee trinken. Ich ahnte es schon, als ich die Kühlschranktür öffnete. Die Kuh ist noch nicht vom Eis. Es hätte so schön werden können, wie früher als es nur Glasflaschen gab. Aber jetzt, jetzt ist alles anders. Nichts ist wie früher, als es noch ordinäre Schinkenbrote ohne Salatblatt, Tomate und Majo gab. Wenn man ganz ohne Hass eins in der Öffentlichkeit ohne Flecken auf der Brust, so für den kleinen Hunger, also mal eben auf die Schnelle, wenn Sie verstehen, was ich meine. Heute muss man Ersatzkleidung einstecken oder eventuell hungern. Und zu Hause ist alles anders.

Schön! Da hat man es ja in der Hand, also eigentlich im Griff. Der Kaffee duftet, jawohl! Er duftet und es gibt noch eine feine Crema obendrauf. Die Technik von heute – kann so etwas. Noch! Hm … O ja! Jetzt noch! Bis sich die Garantie verabschiedet hat, aber das ist ein anderer Hass mit der Morgenstern-Faust in der Tasche. Ich hätte zuerst …

Natürlich hätte ich zuerst die Milch …  Dann hätte ich in Ruhe hassen können. Jetzt stehe ich wieder unter entsetzlichem Leidensdruck und muss schneller hassen. Liegt es wirklich immer an mir, warum ich jetzt wieder dermaßen zürne. Schlagwort Motorik? Was soll ich tun? Oder ist einfach mein IQ zu niedrig, um die Vernetzung von Hirn zur Hand öffnungstechnisch zu realisieren? Ich kann es einfach nicht ausstehen, wenn mir die Lasche an der Öffnung der Tetra-Verpackung abreißt.

Manno! Wer so einen Scheiß konzipiert hat, gehört hinter Gitter. Ich hasse es

Ihre

Alfhild Aversion

 

© Corina Wagner, August 2012


Themenwoche Gebäude bei www.zeitverdichtet.de

Tapetenwechsel

Nicht jeder entdeckt auf Anhieb das passende Gebäude, um sich im Leben Freiräume zu schaffen. In der kleinsten Hütte kann es sogar gemütlicher sein, als in einem feudalen Anwesen. Eine Altbauwohnung hat manchmal mehr Charme als ein teurer Betonklotz vom Stararchitekten, wenn in dessen Räumen die Herzenswärme der Hausbesitzer fehlt. Oftmals hilft schon ein Tapetenwechsel, um das Wohlbefinden zu steigern. Das Umfeld zählt mehr, als eine dekorative Lichtinsel und manchmal friert man auch in einem Passivhaus.

Ein ideales Areal zu realisieren – eine Fläche, die trotz alledem kein Grund zur Oberflächlichkeit bietet, wenn man seinen Platz in der richtigen Gesellschaft gefunden hat, ist wünschenswert. Oftmals funktioniert die Mischung aus Reichtum, Wohnraum und Charaktereigenschaften, aber nicht immer. Manche fühlen sich in einem 1-Zimmer-Appartement geborgen, andere lieben die Gerüchteküche und leben glücklich in einer Wohngemeinschaft. Das gemeinsame Essen mit Nachbarn kann auch den Blick über den Tellerrand schärfen, wenn man für Alles offen ist… Die einen feiern in der Villengegend auf großem Fuß Gartenpartys mit Cateringservice und halten Smalltalk, die anderen grillen auf dem Balkon „Hausmannkost“ und reden Klartext. Dazwischen liegen nicht selten nur Straßen, sondern Welten und eine Abrissbirne im Hinterkopf.

Der kleinste Balkon wird zum Erlebnispark, wenn man die coolsten Leute der Stadt kennt. Und zum sommerlichen Highlight, wenn man verliebt ist. Gibt es nichts Schöneres, als gemeinsam den Vollmond anzustarren, ob nun als Schlossbesitzer oder Sozialbauwohnungsmieter. Gebäude ist nicht gleich Gebäude. Mensch ist nicht gleich Mensch und dies ist auch gut so…

© Corina Wagner, August 2012

 


Bestimmung

 

Wer bestimmt über die Bestimmung des Bestimmenden, der bestimmte Bestimmungen nicht schlüssig bestimmen kann, weil ihm bestimmte Grundlagen zum Bestimmen von Bestimmungen gänzlich fehlen? Unter bestimmten Bedingungen lässt sich bestimmt nicht überzeugt gut zustimmen, wenn man über bestimmte Stimmungsschwankungen des Bestimmenden im Laufe von bestimmten Bestimmerphasen den Eindruck erhält, dass bestimmte Bestimmungen eher Schaden als Nutzen.

© Corina Wagner, Oktober 2010


 

Leseplätze - Zeit zum Entspannen

Nicht jede/r Autor/in kann ihren/seinen eigenen Leseplatz im Garten verwirklichen. Manchmal  fehlt  vielleicht das passende Arial oder man lässt sich eventuell von einem Landschaftsgärtner eine grünen Prachtplatz zum Schmökern und Ideenschöpfen designen. Jede/r so wie er kann, möchte oder will...

Klein, aber mein ...

... und zum Zeitungslesen geeignet ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                                                                                                                                                                                          ©J.W.

Sommer 2012

 


Vorurteilsfrei?

Keine Details

 „Viel Lärm um Nichts“, dachte sie neulich, als es kurz rumste. „Kein Thema, bin echt begeistert, absolut kein Thema!“, meinte der gestylte Herr mit dem Designer-Outfit und es klang kein bisschen zynisch, als er sich dabei aus seinem 911er quälte. Es läge nur am Nullachtfünfzehn-Schema, diesem Schubladendenken, wenn man eine hübsche blonde Frau im Blaumann und Gummistiefeln sieht, die mit einem Traktor unterwegs ist. Auf das Wesentliche müsste man achten, auf den Inhalt käme es an, so seine Aussage während eines Gesprächs über den Sicherheitsabstand beim Rückwärtseinparken.

©Corina Wagner, August 2012


Lichtquellen

Nachbarschaftshilfe

Neulich kam ihr die Erleuchtung, so der Nachbar.

Dieser Anblick war blendend und sie hat schon Einiges gesehen.

Eine große Leuchte hatte sie insgeheim tatsächlich nicht erwartet

und er keine indirekte Beleuchtung in ihrem gestylten Schlafzimmer.

So kann man sich absolut täuschen, wenn man sich nur flüchtig kennt.

Sie bat souverän um diskrete Nachbarschafthilfe an jenem Sommerabend…

Er konnte ihre Bedenken nicht unbedingt nachvollziehen, einfach verstehen,

was sie damit meinte, als sie von fehlenden Glanzlichtern in ihrer Hütte sprach.

Da stand er völlig im Dunkeln, so könnte man beim Betrachten der Szenerie nun munkeln.

Schuld war wohl der Anblick eines beleuchteten Herzes, das wohl einen Wackelkontakt hatte.

Ihr genügte bislang stets wenig Leuchtkraft, ein Flackern, wenn dort Besuch erschien.

Er verwechselte diese Aussage mit geringer Energieeffizienz im Schlafraum, ohne jegliche Bedeutung.

Eine Kurzschlussreaktion konnte er nicht erkennen, als das Licht im Flur unerwartet ausging…

So kletterte er aufs Bett und griff beherzt an die erhitzte Birne.

Dabei verlor sie kaum die Fassung, grinste lasziv wie eine Dirne.

Am Ende ging ihm ein Lichtlein auf, weil er plötzlich so sehr unter Strom stand.

Den Faden sogar verlor, als sie ihn nach dem Prinzip der Sparflammenliebe fragte

und er dann stotternd sagte: I ic ich m mu muss w wi wie wieder d dr dri dring dringend  r r runter.

 

© Corina Wagner, August 2012


 

Ja

Wer regelmäßig CoLyrik liest, auch meine Bücher vielleicht gelesen hat, weiß inzwischen, dass ich ganz selten autobiografische Texte verfasse und beim Schreiben wie eine Schauspielerin in eine Rolle schlüpfe. Die meisten Anregungen entnehme ich dem alltäglichen Leben. Jeden Tag aufs Neue werde ich quasi zum Schreiben animiert, da meine Beobachtungsgabe auf Hallo-Wach-Stellung eingestellt ist. Heute ist allerdings wieder so ein Tag, der mich irgendwie dazu bewegt, ein Ereignis aus meinem Privatleben preiszugeben. Es kann abschreckend wirken. Manche werden uns bewundern, ja bewundern, aber nur vielleicht. Uns? Andere wiederum werden eventuell hemmungslos weinen, da sie spontan pures Mitleid überkommt. Es wird sogar die eine oder andere Person fast der Schlag treffen und hier liegt die Betonung bitte auf dem Wort fast. Möglicherweise könnte es nützlich sein, nun diverse Pillen zur Beruhigung zunächst aus dem Arzneischrank zu holen. Eventuell könnte es ausnahmsweise Sinn machen - sich jetzt, also augenblicklich an die Minibar zu bemühen und sich ein Gläschen Hochprozentiges zu gönnen. Etliche Beileidsbezeugungen erhielten wir Anfang der Woche, was uns, ja uns beide nicht sonderlich wunderte. Engste Vertraute mussten mit Blumen reagieren. Was mich noch heute daran erinnert, welch verdrängungsfreudiger Vorfall sich am Wochenanfang ereignete.

Vorab möchte ich hier nicht den Eindruck vermitteln, dass ein geliebtes Familienmitglied gestorben ist, auch keine Haustaubmilbe absichtlich ermordet wurde oder eine gewöhnliche Schnake an der Wohnzimmerwand ein Blutbad hinterließ.

Wir beide sind glücklich, ja sehr glücklich - diesen Tag, so gut überstanden zu haben. Wir?

Ich hatte große Angst, fast schon panikartig reagierte ich Wochen zuvor, dass ich an jenem Tag mit einem silbernen Kränzchen auf dem Kopf durch die Gegend laufen müsste. Diese Panik blieb mir erspart, auch jene, wenn ich mich in mein Brautkleid hätte zwängen müssen. Das ein unlösbares Problem dargestellt hätte. Fehlende Stoffbahnen kann man nicht einfach mal so eben in ein vergilbtes Kleid einarbeiten. Und mein Gatte hätte wahrscheinlich heftige Atemnot bekommen, wenn er noch einmal die Bauchbinde hätte anlegen müssen, die ihn einst zierte, als er deutlich das Wort ja sagte.

Ja, ja - wir können tatsächlich ja sagen, wenn man uns fragt, ob wir Silberne Hochzeit hatten. Und nun? Keine Ahnung, was uns die nächsten Jahre erwartet… Eins weiß ich heute schon. Ich werde kein goldenes Kränzchen tragen.

;-)

© Corina Wagner, August  2012


 

©Corina Wagner, Juni 2012


 

Deine Mission zu Pfingsten
 
Du bist auf einem guten Weg.
Die Aufregung stellt sich Dir kräftezehrend vor.
Du erwartest ein klimaverändertes Brausen vom Himmel.
Es ist anstrengend und schwierig ruhig zu bleiben.
Völlig strapaziert begegnet Dir die aufreibende Hektik.
Mühevoll erkennst Du die friedliche Gelassenheit in der Ferne.
Deine Gefühle spielen Dir einen überirdischen Streich.
Bin ich fromm genug? Das Kopf-Kino zermürbt Dich.
Auf Deinem Weg siehst Du Menschen, unabhängig ihrer Nationalität.
Es ist schwierig zu kommunizieren, Du kennst nur Vorurteile.
Auf dem Pfad der Weisheit suchst Du verzweifelt den Geist.
Ermüdend und beschwerlich, so empfindest Du die vielen einzelnen Schritte.
Der stressige Weg lohnt sich tatsächlich, bevor Du mit Liebe erfüllt wirst
und der heilige Geist Dir einen Besuch abstattet…
Völlig erschöpft - siehst Du eine Zukunft ohne Diskriminierung vor Dir.
Kein Weg ist zu beschwerlich, um das Gute im Menschen zu entdecken.

© Corina Wagner, Mai 2012


 

 

Eilmeldung
 
Malediktion-Expertin auf der Flucht
Die staatlich geprüfte „Fluchistin“ I. Spruch griff zum Standardwerk PowerFluch
und rezitierte aus diesem Buch den gefährlichen Ritualfluch: Rotes Tuch.
Dabei griff sie mit der linken Hand auf das Bild an der weiß getünchten Wand.
Was dann geschah, kann sich jeder denken…
Für sachdienliche Hinweise melden Sie sich bitte in der Malediktion-Zentrale
bei Herrn Prof. Dr. Glück. www.malediktion-zentrale.de
 
Übringens:
Wussten Sie schon, dass angeblich die Lebensdauer und das Glücksgefühl erhöht werden, wenn man täglich flucht?
„Jeden Tag ein Fluch erhöht das Glück und die Lebensdauer.“ (Chinesisches Sprichwort)

 

 

©Corina Wagner, April 2012

 

 


 

 

Logik erwartet?

Neulich lud Referent Streit mit Partnerin Fairness zu einer Konfliktbewältigung ein. Da trafen sich die hitzige Debatte und die langweilige Diskussion zu einem Streitgespräch, um zu hinterfragen, warum es überhaupt eine Streitkultur gibt, wenn plausible Standpunkte fehlen!

© Corina Wagner, April 2012
 


 

 

Es ist Frühling...

 
Heute gesehen!

 

Klischeehafte Sichtweise bei einem Frühlingssparziergang. Blondine sitzt auf einer Parkbank, kratzt sich mit einer ihrer „Pornoschaufeln“ verlegen am Kopf, als sie eine Intelligenzbestie in Stolperhose beobachtet. Sie inhaliert dabei die Frühlingsluft und fängt an zu flirten:

 
Du
 
Da
 
Du
 
Hallo
 
Ja
 
Du
 
Da
 
Du
 
Da
 
Du
 
Hallöle
 
Ja
 
Du
 
Da
 
Aber Hallo!
 
Hi
 
Du
 
Da
 
Du
 
Ja
 
Du
 
Da
 
Echtgeil
 
Dein
 
Bauarbeiterdekolleté…
 
 
© Corina Wagner, März 2012

 


{C}

 

Sitzung

Der Bulle vom Gnadenhof wird ganz ungeduldig. Er scharrt bereits angsteinflößend mit der Hufe. Um 9 Uhr war ein Meeting der Partei Wilder Haufen auf der großen Wiese angesetzt. Frischluftfanatiker Blau hatte die Idee. Ein schwarzes Schaf stand zur Debatte. Kuh Rosa liegt nun völlig fassungslos auf der Weide. Seit zwei Stunden kaut sie bereits wieder und fragt sich, was sie unter all den Schweinen soll.

 

©Corina Wagner, Februar 2012

 


 

Zeitplan


Chronos Kosmos, so nennt er sich selbst, wenn man ihn auf seinen Namen anspricht. Niemand darf seinen Vornamen Sextus zelebrieren und wehe es grinst jemand dreist, wenn er erklärt, warum seine betagte Mutter Hebe im zeitgenössischen Seniorenstift Zeitlosigkeit jedes Mal ausrastet. Das Ausstellen der Geburtsurkunde muss damals ein kleines Vermögen gekostet haben und sie kann sich noch an jedes zeitintensive Detail erinnern, als wäre es erst vorgestern gewesen. Vor genau sechs Monaten gründete Chronos aus reinem Zeitvertreib die Zeitschrift Zeitstil, die er in einer aufregenden Zeitspanne zeitraubend für alle Beteiligten erschuf. Zeitweise benutzte er mehrere Zeitungsenten gleichzeitig, um sich zu profilieren. Jede Zeitschriftenspalte würde Chronos am liebsten stündlich mit unglaublich zeitnahen Schriften füllen, würde es sein Zeitmesser zulassen. Doch der Zeiger, der ihn in Bewegung hält und ihm aufzeigt wie sein Zeitplan funktioniert, spinnt seit einiger Zeit, wie alle, die er nun in diesem kosmischen Zeitraum kennengelernt hat. Seine tägliche Zeitrechnung geht irgendwie nicht mehr auf, wie seine digital gesteuerte Zellentür.

© Corina Wagner,  Januar 2012

 


Fragment einer E-Mail

Fragment einer E-Mail,  das zum Nachdenken anregt und zu einem Dialog führen könnte.

Ein Dialog zwischen Kleinhirn und Großhirn könnte rein theoretisch, quasi mit viel Phantasie entstehen:
Das Fragment lautet: „Die Kuh muss vom Eis!“
Ein Dialog zwischen Kleinhirn und Großhirn entsteht.
„Die Kuh muss vom Eis!“
Wie? Die Kuh muss vom Eis?
Meinst Du nicht eher auch – es ist ein Stier!
Ein Stier, der sich wie ein Esel benimmt?
Benehmen sich so Esel? Ich tippe auf Strauß!
Ein Strauß ist doch eine imposante Erscheinung. Nein, nein und nochmals nein!
Du irrst Dich, meine geliebte Hirnhälfte. Ein Strauß ist absolut dumm. Er hat ein kleines Hirn.
Hm, aha! Ein Strauß, was Du nicht sagst, aber denkst.  Kannst Du es mir beweisen?
Im Moment nicht, aber die Kuh muss vom Eis…

© Corina Wagner, Januar 2012

 


Das Fichtensterben
Ein Dichter schrieb einst über seine hässlichen Nichten grässliche Geschichten, die könnten mitnichten beim Dichten vor uralten Fichten missglückt sein, wie das Augenzwinkern eines Borkenkäfers.

© Corina Wagner, Januar 2012

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Außergewöhnliche Suchanzeige

Neulich hat eine Putzfrau mit europäischen Wurzeln in einer Herrentoilette im Reichstagsgebäude einen großen Schmierzettel über einem der Pissoirs entdeckt.

Mit rotem Lippenstift wurden dekorativ Herzchen in verschiedenen Größen auf die Fliesen gemalt.

Bundestagbesichtigungstour 2011

Hallo!

Falls Du hier wieder vorbeikommst, suche dringend nach Dir!

Dich, den charmant polarisierenden Politiker, der kürzlich meine fröhliche Unvereinbarkeit mit scharfem Widersinn zum Missverhältnis genoss und mit meiner gefühlvollen Ungleichartigkeit Gegensätzlichkeiten lieblich auslotete. Ja Du, Du bist gemeint!

Dein Auftritt hat mich neulich im Plenarsaal schwer beeindruckt, als Du die Antinomie grandios in Wortspielen involviertest.

In Deine Widersprüchlichkeit konnte sich meine Unstimmigkeit auf den ersten Blick sofort verlieben, als es um eine Formulierung zum Gemeinwohl ging.

Bitte melde Dich bei mir, damit wir die schönen Kontraste rein politisch betrachtet, dann in Harmoniesucht frönen können, wenn wir uns heimlich im Widerspruch vereinen. Bitte lass’ es zu! Damit Deine Polarität und meine Kontradiktion eine gute Beziehung führen.

Bitte melde Dich!

Völlig verzweifelt

Deine Germania

 

© Corina Wagner, Oktober 2011


 

Kreativer Sekundenschlaf

Wenn das geistige Auge ruht...

Das Genie prallte neulich völlig verschlafen mit seiner übermüdeten Originalität zusammen und entdeckte dabei den Ideenreichtum seiner aufgeweckten Fantasie kurz vor dem Boden der Tatsachen. Während der Kollision förderte die ausgeprägte Vorstellungskraft seines hellwachen Einbildungsvermögens solange die träumende Kreativität, bis seine genervte Erfindungsgabe die gedopte Schöpferkraft abfederte, so dass dann mit starkem Schwindelgefühl ein Stolpern in Richtung Ingeniosität nicht vermeidbar war. Dabei landete das Genie völlig gedankenversunken endlich im Reich der Imagination.

© Corina Wagner, September 2011


 

Ab ins Blaue hinein...

Das blaue Experiment

Als Gottholds Denkfähigkeit mit Kriemhilds Denkvermögen spätabends Bekanntschaft machte, zeigte sein blaublütiger Geist zunächst ihrem gewöhnlichen Grips, was sie im Köpfchen haben könnte, wenn sie seine Intelligenz anwenden würde. Nur gut, dass ihr Scharfsinn so vernünftig war und ihn erst dann endgültig um den Verstand brachte, als sie die einfache Zimmertür schloss. Kein Wunder bei diesem Anblick.
Es dauerte eine Weile bis Gotthold wieder zur Räson kam, ob dies an seiner geistigen Reife, Kriemhilds Vernunft oder dem Interieur lag, bleibt vermutlich ein Geheimnis.

©Corina Wagner, September 2011

 

 

©S.R.


Die Zeitungsleser

 

Mein lieber Scholly,
so begann die Geschichte, die ich neulich mitlesen durfte.
Die Zeilen wurden dermaßen ironisch verfasst, dass ich mir ein fettes Grinsen nicht verkneifen konnte.
Die Geschichte beinhaltet die Freundschaft zwischen zwei Freunden, die jeden zweiten
Sonntag vor einer Bibliothek ausharren, um sich zu Hause vorm Abtrocknen, der Hausarbeit, zu drücken.
Zwischen den beiden Männern entsteht nicht nur eine tiefe Freundschaft, sondern auch eine Art Wettbewerb im sonntäglichen Faulenzen. Wer kann am intelligentesten Gucken, sich am wenigsten bewegen und dennoch so tun, als ob...
Welcher Mann kann sich denn schon nach einem reichhaltigen Mittagessen seiner Liebsten auf den Beinen halten und sich beim Lesen noch konzentrieren? Mal ehrlich? Dies gibt es nur im Märchen, wenn es als Dessert Mousse au Chocolat oder Muttis Apfelküchlein mit gefühlten 1500 Kalorien gab.
Ja, da musste Waltraud zunächst grinsen, als sie ihren geliebten August auf den Treppenstufen vor der Bibliothek sitzen sah und er seinen kleinen Spitzbauch hervorstülpte, um mit seinem Freund Hannes Tollpatsch die Mittagssonne zu genießen. Doch dann packte sie die Wut und schlug ihm dezent mit der Handtasche eins über die Mütze. Und wenn beide nicht gestorben sind, so sitzen August und Hannes noch heute jeden zweiten Sonntag in der Mittagssonne vor der Bibliothek und tun so als ob...

©Corina Wagner, August 2011

©B.W.



Mascarpone bitte!

Mild und cremig, wie Frischkäse aus Sahne, so könnte man auch die Liebe zum anderen Geschlecht verstehen.
Zitrone oder Essigsäure sorgen für die festere Substanz der Mascarpone, wie im echten Leben, wenn man bei jemand Halt sucht, der aus lauter Verzweiflung in eine Zitrone beißt und dabei introvertiert lächelt, weil er weiß, dass es auch noch die fettärmere Version Mascarino gibt.
Ob Mascapone oder Mascarino - letztendlich zählt doch, wie sensibel man mit den Zutaten für das gemeinsame Dessert umgeht.

© Corina Wagner, Juli 2011

 



Schilder gibts...


Ein Bild mit einem Schild zu zeigen,
bringt manchmal Staunen, auch ein Schweigen.
Neulich beim Spazierengehen im Norden entdeckt,
hat man sich beim Betrachten nur kurz erschreckt.

Das Werbeschild nun auf der Fotografie, dem Bild
treibt mir noch immer die Tränen in die Augen,
will es sehr ungern glauben, was ich damals sah:
Yachthafen Sonnenbrücke

©Corina Wagner, Juli 2011

©J.W.


Willkommen im Spiegelparadies!

Wir spiegeln alles wieder... besuchen Sie uns...

©J.W.

 



Voluminöses Kunstobjekt

Süße bunte Dinger, zum Greifen nah für alle Finger.
Bunte, kunterbunte mit Zucker umhüllte Schokolinsen
lassen wohl auch Frauen im besten Alter fröhlich grinsen.
Da wird jedes Doppelkinn plötzlich zum Kunstobjekt...

© Corina Wagner, Juni 2011

©J.W.

 



Zähneknirschen erlaubt

Wer bislang in der Politik ohne Jodeldiplom nicht auf den Mund gefallen ist,
sollte in Zukunft vor einem politischen Absturz deutlich formulieren, artikulieren,
bevor jemand auf die Idee kommt, anschließend eventuell die Zähne zu polieren.

© Corina Wagner, Mai 2011

Bild: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Lower_wisdom_tooth.jpg&filetimestamp=20060917073409

 


Auswanderung möglich...

 

Musische Betrachtung

Du wirkst auf mich wie ein Neozoon,
wenn ich Dich eine Weile betrachte,
dann siehst Du aus wie mein Goldfisch Anton.
Überall auf der Welt könntest Du existieren,
wenn man Dir ein volles Glas anbietet...

© Corina Wagner, April 2011

http://de.wikipedia.org/wiki/Neozoon


 

Frohe Ostern!
Ein echter Hingucker auch für Menschen, die keinen Wert mehr auf Traditionen legen.
Ein Mahnmal für diejenigen, die meinen - christliche Feiertage wären überflüssig, so wie das Ausblasen und Bemalen von Eiern.

Corina Wagner, April 2011

 



Geländegängig


Manchmal wirkst Du wie ein Grundstück,
das räumlich abgegrenzt an der Erdoberfläche liegt.
Dann wird mit der Hand Sand für die Ewigkeit gesiebt.
Deine ruhige Lage reflektiert Bodenständigkeit
und bietet Stück für Stück gemeinsames Glück...
Bei diesem Grund lohnt sich das alltägliche Abrackern.

©Corina Wagner, April 2011

© B.Wagner

 

 

 

 


Schwellenangst sieht anders aus...


Schlaglöcher

Es gibt Menschen, die agieren in einer Partnerschaft wie Teerbelag auf deutschen Straßen. Zunächst bieten sie keinen Grund zur Beanstandung - manchmal sogar über Jahrzehnte hinweg trotzen sie den Urkräften der Natur und dann plötzlich wie aus dem Nichts des grauen Alltags heraus, bildet sich ein Schlagloch nach dem anderen. Wehe dem, der damit leben muss...
© Corina Wagner, März 2011

 

 

 


 

Ein Hammer aus dem Jahre?

Der allerletzte Hammer hing solange vorbildhaft an einem genormten Haken, quasi direkt mittig an der hinteren Wand platziert, bis ihn der rechte Geselle in einer Nacht- und Nebelaktion abnahm, entwendete und solange brutal auf die Worte der Spaßgesellschaft einschlug, bis das neue Unwort des Jahres entstand: „Schlagabtauschentlehnung"!

© Corina Wagner, März 2011

 

 


 

"Tonträgerqualitäten"


Mein Tonträger

Du bist wie ein Tonträger,
eine Tonkonserve, die ich
zur täglichen Speicherung benötige.
Jeden Tag aufs Neue
wirkst Du in ganz eigenwilligen Facetten
für meine Art von Sprache und Musik.
Oftmals sind wir ein einfaches Sprachrohr.
Du bist zu jeder Aufzeichnung
in meinem beschwingten Leben bereit...
Mal bist Du
eine alte Notenrolle für das Pianola,
dann wieder überzeugend
wie ein Schallband in meiner Hand.

Du bist wie ein Tonträger,
eine Tonkonserve, die mich
an eine alte zerkratzte Schallplatte
aus Schelllack erinnert,
wenn wir gemeinsam
immer wieder
auf der gleichen Stelle stehen.
Manchmal wirkst Du
wie ein professioneller Tonfilm.

Du bist ein wandelbarer Tonträger,
zu jedem Anlass passend integer.
Mal wie eine Vierspur-Endloskassette,
heikel, wenn wir stundenlang wegen
Deiner fadenscheinigen Bandbreite debattieren.
Dann wieder praktisch, wie eine Minidisk,
weil wir auch auf kleinstem Raum harmonieren.
Am liebsten mag ich Dich als Music Video Interactive...


(©Corina Wagner, Februar 2011)

 

 

 


Steinewerfen verboten!

 Sanierungsarbeiten


 

 

Die Rasur

Die Klinge der Unvernunft führte der politisch aktive Barbier des Salons: //Freier Schnitt// dermaßen gemeingefährlich, sodass er haarscharf an der Halsschlagader des Gehmeinwohls vorbei... schrammte. Da nutzte letztendlich auch der aufdringliche Duft des Aftershaves aus dem Hause Diplomat nichts mehr, als der gezeichnete Politiker unaufgefordert aufstand und das Handtuch warf.

Corina Wagner, Februar 2011

 

 


 

 

 

                                                                                                  %Bankgeschäfte%

 

 

 

 


 

 

 

                                                                                           'One-Night-Stand'

 

 

 

 

 

 


 

 

                                                       << Herzensbrecher unterwegs>>

 

 

 

 

 


 

                                                                                    'Auf Wanderschaft'

 

 

 

 

 


 

 

 

 

                                                                                               'Flaschensammlung'

 

 

 

 


 

 

 

                                                                                   << Religiöse Schattenspiele>>

 

 

 

 

 

 


 


 


Ich singe solange, bis ich zur Quintenschaukel mutiere und dann schreibe ich über ganz neue Töne ...